Lektürekreis „Jüdisch Erlesen“ im Bücherhaus

Das BÜCHERHAUS am Münster führt in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Neuss seit 2025 den Lektürekreis „Jüdisch Erlesen“ durch. Der nächste Termin ist am Donnerstag, dem 5. März 2026 um 19.00 Uhr im BÜCHERHAUS.

Besprochen wird der Roman „Die Hochzeit der Chani Kaufman“ von Eve Harris, erschienen als Taschenbuch bei Diogenes: Die neunzehnjährige Chani Kaufman und der angehende Rabbiner Baruch Levy. Sie haben sich dreimal gesehen, sie haben sich noch nie berührt, aber sie werden heiraten. Doch wie geht Ehe, wie geht Glück?

Eine fast unmögliche Liebesgeschichte in einer Welt voller Regeln und Rituale. Das freche und anrührende Debüt von Eve Harris, spielt in einer jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London. Chani hat sieben Schwestern und lebt das klassische Leben einer orthodoxen jungen Frau, das auf Heirat und Familie ausgerichtet ist. Eine für uns unbekannte Welt wird lebendig erzählt.

Der Roman sollte gelesen sein, eine Anmeldung per Mail unter buecherhaus-am-muenster@t-online.de ist notwendig.“


Stellungnahme der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf zur Veranstaltung der Kunstakademie mit Frau Basma al-Sharif

Es ist nicht nachvollziehbar und zutiefst irritierend, dass die Kunstakademie Düsseldorf trotz zahlreicher Hinweise und berechtigter Einwände an der geplanten Veranstaltung mit Frau Basma al-Sharif festhält und dies weiterhin mit dem Verweis auf die Kunstfreiheit rechtfertigt.

Die hiermit vorgelegte Kritik richtet sich ausdrücklich nicht gegen kontroverse Kunst oder politische Meinungsäußerungen, sondern gegen die positive Bezugnahme auf Gewalt und Terror, die sich in öffentlichen Äußerungen und Symboliken von Frau al-Sharif wiederholt findet. Die Verwendung von Hamas-Symbolen wie dem roten Dreieck, die Relativierung terroristischer Gewalt als „Widerstand“ oder „Rückkampf“ sowie Parolen wie „the liberation of Palestine from Zionism“, verstanden als Delegitimierung des Existenzrechts Israels, sind keine abstrakten Diskursbeiträge, sondern Teil einer Ideologie, die Gewalt legitimiert und verherrlicht.

Die Kunstakademie erklärt in ihrem Schreiben, sie stehe für demokratische Werte, lehne Antisemitismus und Terrorverherrlichung ab und ziehe hier klare Grenzen. Diese Haltung bleibt jedoch folgenlos, wenn gleichzeitig einer Person ein Podium geboten wird, deren öffentlich dokumentierte Positionen genau diese Grenzen überschreiten. Sich zu Werten zu bekennen, ohne sie im konkreten Handeln umzusetzen, bedeutet letztlich, sie preiszugeben.

Gerade eine staatlich finanzierte Hochschule trägt eine besondere Verantwortung: Welche Maßstäbe legt sie an? Welche Werte vermittelt sie ihren Studierenden? Und wo wird eine rote Linie gezogen? Wenn selbst dort keine klare Grenze gezogen wird, wo Gewalt und Terror affirmativ begleitet oder gerechtfertigt werden, sendet dies ein fatales Signal – nicht nur nach außen, sondern auch nach innen.

Die Entscheidung der Kunstakademie schafft zudem ein Klima der Verunsicherung. Sie betrifft insbesondere jene Studierenden, Lehrenden und Besucherinnen und Besucher, die sich für Dialog, Austausch und Verständigung einsetzen, ebenso wie Menschen, die von Antisemitismus unmittelbar betroffen sind. Für sie bedeutet diese Einladung nicht „offenen Diskurs“, sondern eine Normalisierung von Positionen, die ihre Existenz und Sicherheit infrage stellen.

Personen, die dem jüdischen Staat das Recht auf Existenz absprechen oder terroristische Gewalt legitimieren, gehören auf kein Podium einer öffentlichen Hochschule. Solche Positionen sind mit den Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft unvereinbar.

Kunstfreiheit darf nicht als Schutzschild missbraucht werden, um Gewalt, Terror und antisemitisches Denken zu relativieren oder zu normalisieren. Sie endet dort, wo menschenverachtende Positionen propagiert und Terror als legitimes Mittel dargestellt wird.

Wir fordern die Kunstakademie Düsseldorf daher mit Nachdruck auf, die Veranstaltung mit Frau Basma al-Sharif abzusagen. Alles andere konterkariert das Engagement gegen Antisemitismus in unserem Land und in unserer Stadt und beschädigt das Vertrauen in die Verantwortung öffentlicher Institutionen.