Neuer Vorstand gewählt

Neuer Vorstand gewählt

Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Neuss e.V.  hat in ihrer Mitgliederversammlung am 4. Mai 2022 einen neuen Vorstand + Kassenprüfer für 2 Jahre gewählt.

Hier das Ergebnis:

Zum geschäftsführenden Vorstand gehören: Dorothea Gravemann (Vorsitzende), Angelika Quiring-Perl und Leon Sztabelski . In ihren Ämtern bestätigt wurden Angelika Weißenborn-Hinz als Schriftführerin und Leonid Weissmann als Schatzmeister. Des Weiteren gehören dem Vorstand weiterhin an: Pfarrer Ralf Laubert, Dr. Jens Metzdorf, Bert Römgens, neu dabei sind Oberpfarrer Andreas Süß, Monika Mertens-Marl und Justus Kahlki.

Die beiden Kassenprüfer sind Niels Elsäßer und  Axel Stucke.

Wir freuen uns auf eine gemeinsame gute Zusammenarbeit im Sinne unserer Satzung und des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). In diesem Jahr  werden wir im November das 20jährige Bestehen der GCJG in Neuss feiern, auf Erreichtes zurückblicken und mit Kraft und  Mut  neue Ideen für die Zukunft entwickeln. Dabei setzen wir auch gerne weiter auf unsere vielfältigen Kooperationspartner und die Fortführung der Kontakte zu den Neusser Schulen.

Nach wie vor gilt: Wir wenden uns entschieden gegen alle Formen von Judenfeindschaft,  Antisemitismus sowie Antizionismus und gegen Diskriminierung einzelner Personen oder Gruppen aus religiösen, weltanschaulichen, politischen, sozialen und ethnischen Gründen. Die Solidarität mit dem Staat Israel ist uns ein besonderes Anliegen.

 

Angelika Weißenborn-Hinz

Schriftführerin im Vorstand der GCJZ in Neuss

Zusammenhalt in Vielfalt

Eröffnung der Foto-Ausstellung in den neuen Räumen der AWO Neuss

Am Montag, den 2. Mai traf sich zur Eröffnung der Foto-Ausstellung in den neuen Räumen der AWO Neuss e.V. in der Neusser Innenstadt, Krefelder Str. 68 eine erfreulich große  Gruppe unterschiedlichen Alters, die mit großem  Interesse zunächst der Begrüßung und Präsentation der Fotos auf einer großen Leinwand durch die Vorsitzende Gertrud Servos und Geschäftsführer Bülent Öztas  folgte.

 

Bürgermeister Reiner Breuer und der Vorsitzende der GCJZ in Neuss, Bert N. Römgens kamen auch zur Eröffnung und betonten in ihren kurzen Statements die Wichtigkeit dieser Ausstellung und des damit verbundenen Themas“ Jüdisches Leben in Neuss“. Natürlich erwähnten sie die feierliche Einweihung der neuen Synagoge in Neuss und des erweiterten Gemeindezentrums Alexander Bederov als ein freudiges Ereignis für die gesamte Stadtgesellschaft im letzten September 2021.  Sie wiesen aber auch hin auf die leider immer noch vorhandenen antijüdischen und antisemitischen Gedanken und Taten, oft verbunden mit einem gegen den Staat Israel gerichteten Antisemitismus. Bert Römgens: „Wir wollen nicht, dass unsere Kitas, Schulen, Synagogen und andere Einrichtungen ständig bewacht werden müssen.“ Die Gründe sind vielfältig, der Schutz unserer jüdischen Geschwister ist wichtig und bleibt vorrangig, vergessen dürfen wir die sechs Millionen ermordeten Juden nicht durch den perfiden Plan der Nazis, den sie ja mit Unterstützung/ Schweigen u.a. in so vielen Ländern durchsetzen konnten.

Wie können wir Antisemitismus überwinden? Wie müssen wir in die Zukunft hineindenken und handeln? Mein Vorschlag: gegenseitige Besuche, sich besser Kennenlernen, miteinander reden, kochen, essen, feiern.

Nach der Präsentation ergab sich so eine sehr rege Diskussion. Es war ein lohnender Austausch, der den Blick in die Zukunft lenkte. Die Fotos gaben dazu deutliche Anregungen, die ermutigen, weitere Schritte in eine gemeinsame Zukunft zu wagen und umzusetzen. Vergessen und Verschweigen nein, Erinnerungskultur pflegen und öffentlich zeigen. Mut und Haltung zeigen, Gemeinsamkeiten entdecken und betonen, also kurz

Zusammenhalt in Vielfalt

Denken Sie daran: Noch bis zum 15. Mai können Sie in der AWO die Fotoausstellung besuchen, Krefelder Str. 68, 41460 Neuss, Tel. 02131-24221

 

 

Angelika Weißenborn-Hinz, Schriftführerin im Vorstand der GCJZ in Neuss e.V.

Fotoausstellung zum jüdischen Alltag in Deutschland

Zusammenhalt in Vielfalt

Fotoausstellung zum jüdischen Alltag in Deutschland

Eröffnung am 2. Mai 2022 in den Räumen der AWO Neuss – diese Wanderausstellung der zehn prämierten Bilder des Fotowettbewerbs werden bis zum 15. Mai 2022 in der Geschäftsstelle auf der Krefelder Straße 68 in der Neusser Innenstadt gezeigt.                       Die Ausstellung soll die Lebendigkeit, die Vielfalt, den Reichtum, aber auch die Normalität jüdischen Lebens in unserer Mitte zeigen als unverbrüchlichen, integrativen Bestandteil der deutschen Gesellschaft herausstellen und den Zusammenhalt stärken.

(Mehr als) 75 Jahre nach der Shoa muss sich jüdisches Leben weiterhin in Freiheit und ohne Angst entfalten können. Mit dem Fotowettbewerb wollen wir ein Zeichen der Solidarität setzen – ein Zeichen dafür, dass der Reichtum jüdischen Lebens in Deutschland Teil unserer gemeinsamen Identität und Geschichte ist.“ (Staatsministerin M. Grüters. MdB)

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Beauftragte der BR für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Initiative kulturelle Integration hatten den bundesweiten Fotowettbewerb ausgelobt. Von Oktober bis Dezember 2020 wurden 654 Fotos eingereicht und von der unabhängigen Jury im Januar 2021 zehnprämierte Fotos ausgewählt. Nach der feierlichen Prämierung gegen diese Fotos nun auf Reisen quer durch die Bundesrepublik.

Platz 1 Ein Schutzmann für Kafka von Detlef Seydel

Platz 2 Auf dem Weg zur Schule von Evgenia Lisowski

 

Platz 3 Evgeniya and other kosher Berliners

Platz 4 Männer und Frauen beten gemeinsam in der langen Nacht der Religionen in der Fraenkelufer Synagoge in Berlin  –  von Boaz Arad

Platz 1 Ein Schutzmann für Kafka von Detlef Seydel  –  Es drückt die traurige, offensichtliche  Notwendigkeit aus, auch noch in der heutigen Zeit jüdische  Einrichtungen, wie hier eine große jüdische Buchhandlung in Berlin, durch die Polizei schützen zu müssen.

Platz 2 Auf dem Weg zur Schule von Evgenia Lisowski  –  die Kinder besuchen staatliche Schulen in Augsburg, tragen Kippa  und müssen ihre Traditionen nicht aufgeben. Das Foto soll auch anderen Juden in Deutschland als Unterstützung dienen.

Platz 3 Evgeniya and other kosher Berliners  –  von Sonia A. Gallardo u. Evgenia Kartashova   – das Fritiergebäck Sufganioth, das für Chanukkah (Lichterfest im Dezember ) zubereitet wird und  den Berliner Pfannkuchen sehr ähnlich ist zeigt die visuelle Ähnlichkeit beider Kulturen und bedeutet: Der moderne jüdische Mensch muss sich nicht  zwischen voller Assimilation und dem Verstecken seiner jüdischen jüdischen Seite entscheiden. Der Post-Jew lebt an den Grenzen beider Welten.

Platz 4 Männer und Frauen beten gemeinsam in der langen Nacht der Religionen in der Fraenkelufer Synagoge in Berlin   –  von Boaz Arad   –  Menschen aller Geschlechter können zusammen in ungeteilten Räumen beten – im Gegensatz zu den orthodoxen Gemeinden. Diese Aufnahme symbolisiert die Wiederbelebung des jüdischen Lebens in der deutschen Hauptstadt: frisch, jung, offen und voller Licht.

Angelika Weißenborn-Hinz, Schriftführerin im Vorstand der GCJZ in Neuss e.V.

Die Texte sind eine verkürzte Wiedergabe aus dem Heft zur Ausstellung Initiative kulturelle Integration

Verleihung des Simons-Preises

Die Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit Neuss wird ab 2021 regelmäßig einen Preis – den Simons-Preis – verleihen.

Ziel:

Förderung des christlich-jüdischen (oder auch interreligiösen) Dialogs von Personen, Vereinen, Gruppen, Schulen oder Institutionen aus der Stadtgesellschaft Neuss mit dem Ziel, eines respektvollen und toleranten Miteinanders aber auch gegen Antisemitismus, gegen Ausgrenzung und gegen Rassismus.

Was wird gefördert?

Herausragendes, einmaliges oder mittel- bis langfristiges Engagement

1. Schulische Projekte und Einzelarbeiten
2. Veranstaltungen
3. Publikation
4. Aktivitäten
5. Persönliches Engagement für den interreligiösen Dialog mit dem Ziel eines respektvollen und toleranten Miteinanders
6. Sozial
7. Kulturell

Vergabe-Standards:

• Der Preis wird alle zwei Jahr verliehen.
• Das Preisgeld wird € 1.000,00 betragen. Zur Preisübergabe wird eine Urkunde vergeben.
• Der Bewerbungszeitraum ist von Juni bis zum 31.07. des Folgejahres.

Die Preisverleihung ist jeweils für den 24.10. vorgesehen (der 24.10.1881 war der 50. Hochzeitstag von Sibilla und Nathan Simons, also des Ehepaars auf der der Simons-Preis aufbaut bzw. anschließt).

An dem Tag wurde die Simonsche Stiftung gegründet.

Der Vorstand der Gesellschaft Christlich Jüdische Zusammenarbeit Neuss e.V.

Woche der Brüderlichkeit 2021

Woche der Brüderlichkeit im März 2021

Mit dem Festakt der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille am Sonntag, den 07. März 2021 an den Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele, Herrn Christian Stückl, wird zugleich die „Woche der Brüderlichkeit“ eröffnet.

Der Deutsche Koordinierungsrat zeichnet Christian Stückl für seine Bemühungen aus, seit 1990 in kleinen Schritten die Aufführungen in Oberammergau von den diskriminierenden antijüdischen Klischees zu befreien. Er hat stets Stellung gegen Rassismus und Antisemitismus bezogen und die Passionsspiele gründlich reformiert. Die Laudatio in der Stuttgarter Liederhalle hält der Münchner Kardinal Reinhard Marx.
Wegen der Pandemie kann auch kein Publikum anwesend sein. Übertragen wird die Veranstaltung ab 11:35 Uhr im Fernsehen live: SWR und ARD Alpha.
In diesem Jahr können viele Planungen zur Zeit noch nicht stattfinden, die einzelnen Gesellschaften für die Christlich-Jüdische Zusammenarbeit organisieren ihre Lesungen, Diskussionen, Vorträge usw. über das ganze Jahr verteilt, viele auch online, wenn nötig.
Das Leitthema in diesem Jahr lautet: „… zu Eurem Gedächtnis: Visual History“. Damit soll die Bedeutung der visuellen Medien für die Erinnerungs- und Gedenkkultur betont werden. Im kommenden Jahr 2022 jährt sich die Woche der Brüderlichkeit zum 70. Mal. Sie soll in Osnabrück gefeiert werden.
Die GCJZ in Neuss gratuliert dem Preisträger Christian Stückl sehr herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung im Sinne der jüdisch-christlichen Verständigung.

Angelika Weißenborn-Hinz, Bert N. Römgens
Schriftführerin, Vorsitzender

Jüdisches Leben in Neuss, in Deutschland, Europa und der Welt

Aus der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Neuss e.V.

Jüdisches Leben in Neuss, in Deutschland, Europa und der Welt

Das letzte Jahr 2020 war vor allem ein Jahr der Erinnerungen: Der 2. Weltkrieg war endlich im Mai 1945 zu Ende; je nach politischer Einstellung war das eine Katastrophe oder die Befreiung durch die Armeen der Sowjetunion im Osten und der Alliierten (USA, Großbritannien, Frankreich) im Westen. Trotz des erschütternden, unfassbaren Ergebnisses der Nazizeit, in der zu viele Deutsche geschwiegen oder gar aktiv mitgemacht hatten, eröffnete die Weltlage die Chance für einen Neuanfang, ohne die Grausamkeiten zu vergessen, die Deutsche den Juden und anderen Gruppen, Widerstandskämpfern wie Pfarrer Paul Schneider und Dietrich Bonhoeffer und den Völkern v.a. in Europa angetan haben. Leider haben viele zu schnell eigenes Versagen verheimlicht oder abgestritten, die Widerstandskämpfer als Vaterlandsverräter beschimpft und sich nur auf ihre wirtschaftlichen Erfolge konzentriert.

Die evangelische Kirche versuchte andere Wege. Zunächst wurden im August 1945  die einzelnen Landeskirchen in der EKD, der Evangelischen Kirche in Deutschland, organisiert. Der Rat der EKD unter der Leitung von Landesbischof Theophil Wurm gab im Oktober 1945 vor Vertretern der Ökumene im Stuttgarter Schuldbekenntnis  eine Mitschuld der Kirche an den Geschehnissen im Dritten Reich zu, und fünf Jahre später bekannte sie ausdrücklich eine Mitschuld an der Shoa.  Das führte in den Folgejahren zur vollen Akzeptanz der evangelischen Kirche im Ökumenischen Rat. Zur unvoreingenommenen Aufklärung der Nazizeit, gerade auch das Verhältnis zu evangelischen Widerstandskämpfern, brauchte es noch Zeit.  Auschwitz sollte nie wieder geschehen! Das war das Ziel, das  auch neue Gruppierungen der Kirche, wie z.B. die Aktion Sühnezeichen und deutlich später die Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ aktiv unterstützten.

Einige Juden haben in Deutschland überlebt, andere kamen aus den östlichen Ländern zu uns, und weitere kehrten zurück nach Deutschland. Im September 1950 wurde  der Zentralrat der Juden in Deutschland gegründet und in einigen Städten auch die ersten Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Beide wurden zu wichtigen Stimmen in der deutschen Zivilgesellschaft.

Hierzu beispielhaft ein kleiner Bericht über die „Stille Heldin“ Helene Jacobs (1906-1993). Sie haderte zunächst mit der evangelischen Kirche, schloss sich dann der Bekennenden Kirche an und rettete viele Jüdinnen und Juden vor Deportation und Tod, in aller Stille, trotz möglicher Gefahren für ihr eigenes Leben.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges setzte sie sich aktiv  für die Verständigung zwischen Christen und Juden ein; 1983 erhielt sie die Buber-Rosenzweig-Medaille des DKR für christlich-jüdische  Zusammenarbeit und wird im selben Jahr für die Rettung von Juden von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.

Eine von aller Welt anerkannte Geste des Schuldeingeständnisses für das deutsche Volk war der Kniefall von Bundeskanzler Brandt am 7.12. 1972 im Warschauer Ghetto bei seinem Besuch in Polen. Historiker und Journalisten sind sich fast alle einig, dass dieser Kniefall das Verhältnis zu den geschundenen Völkern des Nazi-Regimes deutlich verbesserte.

Auch in Neuss gab es für die jüdische Bevölkerung im sog. 3. Reich Diskriminierungen, Verfolgungen, Enteignungen, Deportationen und die Vernichtung der Synagoge. Letzteres geschah am 9./10. November 1938  v.a. durch die SS, aber leider auch vor den Augen und dem Schweigen bzw. der Zustimmung von Neussern. Im November 1942 wurde Neuss für „judenrein“ erklärt.

Diese erste Synagoge in Neuss wurde von dem preußischen Baumeister Friedrich Weise geplant. Er ließ sie im orientalischen Stil erbauen (Vorderfront) und im hinteren Bereich durch die großen Fenster wie ein Kirchenschiff aussehen. Sein Grabstein befindet sich neben der Christuskirche.

Die Synagoge wurde Ende März 1867 feierlich eingeweiht und bildete fortan den Höhepunkt des religiösen Lebens für die jüdische Gemeinde. Auch architektonisch wertete sie das Gebiet zwischen Promenaden- und Michaelstraße auf.

Diese Synagoge war ein gutes Zeichen für jüdisches Leben in Neuss. Nach mehr als 70 Jahren wurde sie aus Hass vernichtet; und nun dauert es mehr als 80 Jahre,  bis  im Frühsommer 2021  die neue Synagoge und das erweiterte Alexander-Bederov-Zentrum in Neus feierlich eingeweiht werden.

Die Neusser jüdische Gemeinde hat dann wieder eine eigene Synagoge und ein Gemeindezentrum mit schönen, teils flexiblen Räumen für kleine Treffen bis hin zu größeren Feiern. Darauf freuen wir uns auch als GCJZ sehr. Wir danken an dieser Stelle allen die sich schon vor vielen Jahren für einen Neubau eingesetzt haben. In den letzten Jahren  ganz aktiv waren Bürgermeister Reiner Breuer, Pfarrer Franz Dohmes und Bert Römgens (beide in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende  der GCJZ in Neuss).

Der Vorstand unserer Gesellschaft plant ein buntes Kulturprogramm rund um das neue Zentrum und in der Neusser Innenstadt: Lesungen, Musikveranstaltungen, Kennenlern-Treffen, Führungen, Diskussionen.

Nähere Informationen und Termine werden in einem kleinen Programmheft verbreitet.

Wir hoffen sehr, dass Corona es ermöglicht.

 

Das Jahr 2021 ist ein ganz wichtiges Jubiläumsjahr für das Zusammenleben der jüdischen und christlichen Gemeinden in unserem Land:

 

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

 

Auch hierzu wird es in unserer Region viele Veranstaltungen geben, die Eröffnung durch den Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier, der die Schirmherrschaft übernommen hat, ist im Februar 2021 vorgesehen. Es wird wohl ein digitales Ereignis sein wegen der Pandemie. Weitere Feierlichkeiten erstrecken sich über das ganze Jahr in Deutschland.

Beide Festlichkeiten lassen sich in Neuss gut verbinden, obwohl ein Nachweis für jüdisches Leben in unserer Stadt erst im 11. bzw. 12.  Jahrhundert vorliegt. Es gab eine Notiz von 1096, dass 200 Juden in Neuss getötet wurden.

Die 1700 Jahre beziehen sich auf unsere Nachbarstadt Köln. Allerdings war der Anlass nicht so recht erfreulich: In den Jahren ab  321  schickte der römische Kaiser Konstantin Dekrete an den Kölner Magistrat, die den Juden die Todesstrafe ankündigten, wenn sie sich dagegen wehrten, wenn Glaubensbrüder zum Christentum konvertierten. Auch Christen durften nicht zum Judentum übertreten.  Trotzdem gab es kaum Probleme im Zusammenleben der Bürger. Mit zunehmender Macht der römischen Kirche und des Papstes änderte sich das aber stetig zum Nachteil der jüdischen Bevölkerung.

 

 

Angelika Weißenborn-Hinz

Schriftführerin im Vorstand

der GCJZ in Neuss

Mazal tov zum Siebzigsten

Mazal tov zum Siebzigsten

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Neuss e.V. gratuliert dem Zentralrat der Juden in Deutschland zum Jubiläum 70 Jahre des Bestehens. Wir wollen unseren bescheidenen Beitrag dazu liefern, dass sich Jüdinnen und Juden bei uns sicher und frei fühlen und keine Anfeindungen befürchten müssen. Wir danken allen für ihr jahrelanges Engagement und wünschen dem Zentralrat und allen Mitarbeitern Kraft, Mut und Entschlossenheit für die bevorstehenden, vielfältigen Aufgaben.

Am 19. Juli 1950, also vor 70 Jahren, wurde der Zentralrat der Juden in Deutschland gegründet. Das waren nur fünf Jahre nach der Shoa, und die Zukunft war ungewiss. Die Frage stellte sich, ob es überhaupt jemals jüdisches Leben in diesem deutschen Staat geben könnte. Der Zentralrat entwickelte sich in den folgenden Jahren bis heute zum zentralen Dachverband der jüdischen Gemeinden, seine vielfältigen Aufgaben beziehen sich auf unterschiedliche Kontakte in Deutschland, mit dem Staat Israel und darüber hinaus. Dabei steht nicht nur der Zentralrat vor wachsenden Herausforderungen, unsere gesamte Gesellschaft ist gefordert. Die größte Aufgabe ist dabei leider bis heute immer noch die konsequente Bekämpfung des Antisemitismus. Gemeinsam stehen wir dagegen auf, immer und überall.

Zusätzlich müssen Rahmenbedingungen geschaffen und ständig überprüft werden, um die Identität unserer jüdischen Landsleute zu stärken, ihre religiöse Freiheit und ein sicheres Leben bei uns in guter Nachbarschaft zu gewährleisten.