SPD Süd – Gedenken Reichspogromnacht

18. November 11:00 – 12:00 Uhr

Der SPD Ortsverein Neuss Süd lädt anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht zu einer Gedenkveranstaltung ein.
Um 11 Uhr treffen sich die Sozialdemokraten vor dem Haus Küpperstrasse 2.
In diesem Haus lebten bis Juli 1942 sieben jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, bevor sie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurden.

Redner ist in diesem Jahr Bert Römgens von der jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

Vortrag „Die Familie Simons aus Neuss“ zum 80sten Jahrestag der Pogromnacht

Vortrag „Die Familie Simons aus Neuss“ zum 80sten Jahrestag der Pogromnacht

Am 9. November 2018 gedenken wir auch in Neuss jener Nacht vor genau 80 Jahren, in der überall in Deutschland unschuldige Menschen brutal misshandelt und verhaftet, Wohnungen und Geschäfte jüdischer Familien verwüstet und die Synagogen in Brand gesteckt wurden. Die Pogromnacht im Jahr 1938 war eine tiefe Zäsur in der Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung. Spätestens diese Nacht roher Gewalt markierte vor den Augen der Öffentlichkeit das vorläufige Ende des jüdischen Lebens in Deutschland. Gelang nicht mehr die Flucht, führte der Weg in die Vernichtung.

Aus Anlass des offiziellen Gedenkens an die Pogromnacht in Neuss hat die Stadt Neuss 2018 einen besonderen Ehrengast aus London eingeladen. Im Stadtarchiv wird Frau Gaby Glassman am Vorabend des Gedenktages einen Vortrag halten, zu dem wir Sie hiermit herzlich einladen:

Gaby Glassman (London/GB)
Die Familie Simons aus Neuss

Donnerstag, 8. November 2018 – 19:30 Uhr
Stadtarchiv Neuss, Oberstraße 15, 41460 Neuss

Am Schicksal der bekannten Neusser Familie Simons lässt sich exemplarisch die Geschichte der Juden in Neuss bis zum Zweiten Weltkrieg veranschaulichen – von Zeiten des Aufstiegs ins städtische Bürgertum und der vermeintlichen Integration bis zu Flucht und Holocaust. Gaby Glassman-Simons ist Enkelin des letzten Inhabers der Ölmühle Simons, die bereits 1929 vom Unternehmen Walter Rau gekauft wurde. Ihr Ururgroßvater Nathan Simons war der Gründer der Mehlmühle Simons am Hafenbecken 1. Gaby Glassman wird von ihren jüdischen Vorfahren erzählen und wie ihr Vater Rene Simons (1904-1980) den Krieg überlebt hat. Ihre Großeltern Paul Simons und Ida Simons, geb. Rosenberg wurden 1943 in Sobibor ermordet. Auch wird Frau Glassman von ihrer therapeutischen Arbeit mit Nachfahren von Opfern des Holocaust berichten.

Gaby Glassman, Tochter zweier ehemaliger jüdischer Deutscher, die nach Holland flohen, wurde nach dem Krieg in Amsterdam geboren. Sie hat an der Universität Amsterdam studiert und ist seit 1973 mit einem Engländer verheiratet. Als Psychologin und Psychotherapeutin arbeitet sie in ihrer Privatpraxis mit den Folgegenerationen von Opfern des Holocaust in London und auch international. In den letzten 30 Jahren hat sie in ihrer örtlichen Synagoge Holocaust-Gedenkabende geleitet, an denen viele Zeitzeugen teilgenommen haben. Gaby Glassman hat zwei Kinder und vier Enkel.

Konzert zum 80sten Jahrestag der Reichspogromnacht am 8. November

Konzert zum 80sten Jahrestag der Reichspogromnacht am 8. November

Am 8. November, einen Tag bevor sich die Reichspogromnacht zum 80sten Male jährt, wird der jüdische Musiker Daniel Kempin ein Konzert in der Evangelischen Kirche Waldniel geben. Daniel Kempin stammt aus einer jüdisch-christlichen Familie und entschied sich als junger Mann, zum Glauben seiner Vorfahren, dem Judentum zurückzukehren. Er studierte nicht nur Musik, sondern auch die Sprache seiner Vorfahren: Jiddisch. So sind auch viele der Lieder, die er singt, in Jiddisch.

Am 8. November wird Daniel Kempin Auszüge aus seinem Programm „mir leben ejbik“ (Wir leben ewig) spielen, das Besonderheiten des jüdischen Lebens in Osteuropa thematisiert und auch Lieder aus dem Ghetto-Tagebuch des berühmten Dichters und Komponisten Mordechai Gebirtig (1877-1942) enthält. Dabei wird an diesem Abend auch der Waldnieler Juden gedacht, die der Vernichtung durch die Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind.

Beteiligt sind auch Schülerinnen und Schüler der Janusz-Korczak-Realschule Schwalmtal.

  1. November, 18.30 Uhr, Evangelische Kirche, Lange Straße 56, 41366 Schwalmtal.

Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird eine Kollekte für das LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen erbeten, eine Erinnerungs- und Bildungsstätte für jüdisches Leben im Rheinland.

Den Flyer zur Veranstaltung können Sie hier herunterladen.