Shana Tova Umetuka

Shana Tova Umetuka

Shana Tova Umetuka

Zu Rosch Haschana 5781 wünschen wir allen jüdischen Gemeinden im In- und Ausland,

allen Freunden und Förderern ein

süßes, friedvolles, erfolgreiches und glückliches Neues Jahr 5781.

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Neuss e.V.

Für den Vorstand

Bert Römgens, Vorsitzender
Angelika Weißenborn-Hinz, Schriftführerin

 

Mazal tov zum Siebzigsten

Mazal tov zum Siebzigsten

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Neuss e.V. gratuliert dem Zentralrat der Juden in Deutschland zum Jubiläum 70 Jahre des Bestehens. Wir wollen unseren bescheidenen Beitrag dazu liefern, dass sich Jüdinnen und Juden bei uns sicher und frei fühlen und keine Anfeindungen befürchten müssen. Wir danken allen für ihr jahrelanges Engagement und wünschen dem Zentralrat und allen Mitarbeitern Kraft, Mut und Entschlossenheit für die bevorstehenden, vielfältigen Aufgaben.

Am 19. Juli 1950, also vor 70 Jahren, wurde der Zentralrat der Juden in Deutschland gegründet. Das waren nur fünf Jahre nach der Shoa, und die Zukunft war ungewiss. Die Frage stellte sich, ob es überhaupt jemals jüdisches Leben in diesem deutschen Staat geben könnte. Der Zentralrat entwickelte sich in den folgenden Jahren bis heute zum zentralen Dachverband der jüdischen Gemeinden, seine vielfältigen Aufgaben beziehen sich auf unterschiedliche Kontakte in Deutschland, mit dem Staat Israel und darüber hinaus. Dabei steht nicht nur der Zentralrat vor wachsenden Herausforderungen, unsere gesamte Gesellschaft ist gefordert. Die größte Aufgabe ist dabei leider bis heute immer noch die konsequente Bekämpfung des Antisemitismus. Gemeinsam stehen wir dagegen auf, immer und überall.

Zusätzlich müssen Rahmenbedingungen geschaffen und ständig überprüft werden, um die Identität unserer jüdischen Landsleute zu stärken, ihre religiöse Freiheit und ein sicheres Leben bei uns in guter Nachbarschaft zu gewährleisten.

Neuigkeiten aus der Gesellschaft

Liebe Mitglieder, Freunde, Gönner und Interessierte unserer Gesellschaft in Neuss,

 

wie Sie sich sicher vorstellen können, ist unser vorgesehener Jahresplan für Veranstaltungen und weitere Termine ziemlich durcheinander geraten.

Aber als Erstes eine gute Nachricht:

Unsere Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 12.03.2020 konnte noch durchgeführt werden. Ein Hauptanliegen dieses Abends waren die Neuwahlen für den Vorstand. Nach der Entscheidung unseres langjährigen  Vorsitzenden, Pfarrer Franz Dohmes, so kurz vor seiner Pensionierung nicht mehr für ein Vorstandsamt zu kandidieren, waren Änderungen erforderlich:

Hier das Ergebnis für Vorstand, weitere Ämter, erweiterter Vorstand, Kassenprüfer:

Bert Römgens,                                 geschäftsführender Vorsitzender

Msgr. Guido Assmann

Dorothea Gravemann

Angelika Weißenborn-Hinz,         Schriftführerin

Leonid Weissmann,                        Schatzmeister

Pfarrer Ralf Laubert

Dr. Jens Metzdorf

Angelika Quiring-Perl

Leon Sztabelski

Monika Mertens-Marl                  Kassenprüferin

Axel Stucke                                        Kassenprüfer

 

Pfarrer Dohmes hat der Gesellschaft zugesichert, sich weiterhin als normales Mitglied für die christlich-jüdische Zusammenarbeit einzusetzen und uns im Rahmen seiner zeitlichen Möglichkeiten nach Kräften zu unterstützen. Der Vorstand dankte Pfr. Dohmes für seinen engagierten Einsatz in den vergangenen Jahren. Er hat mit dem gesamten Team Außergewöhnliches –zeitlich wie inhaltlich – geleistet und damit unserer GCJZ in Neuss ein sicheres Fundament weiterhin verschafft.

Herzlichen Dank auch an dieser Stelle!!!

 

Wegen Corona mussten und müssen wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern viele geplante Veranstaltungen absagen bzw. in kleinster Besetzung durchführen wie z.B. die Grundsteinlegung der neuen Neusser Synagoge und des Erweiterungsbaus des jüdischen Gemeindezentrums (nur zwei Personen), Vortrag Israelreise, Lesungen u.a. Dazu gehören auch der Tag der Namenslesung im April und der Israeltag im Mai. Heute können wir noch nicht entscheiden, ob und wann diese Termine nachgeholt werden können.

Vergessen dürfen wir trotz aller Einschränkungen nicht, dass trotz der weltweiten Pandemie  politische Verwerfungen bei uns, in Europa und der übrigen Welt v.a. durch Rechtsradikale, Antisemiten, Antidemokraten nicht verschwunden, sondern nach wie vor vorhanden sind. Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, zeigen wir gerade in dieser schwierigen Zeit die rote Karte gegen jede Form von Hass, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung.

Vergessen dürfen wir vor allem nicht, dass der Schutz der Gesundheit aller, besonders der gefährdeten Gruppen an erster Stelle unseres Handelns stehen sollte.

Vergessen dürfen wir auch nicht, jenen Hilfe, Unterstützung, herzlichen Dank und solidarisches Handeln zu geben, die im Moment eine großartige Arbeit für unsere Gesamtgesellschaft täglich viele Stunden tun, oft bis an den Rand eigener Erschöpfung.

Passen Sie auf sich und andere auf, seien Sie gelassen und vor allem: Bleiben Sie gesund!!

 

Wir wünschen unseren jüdischen Freunden zu Pessach, dem Fest der Freiheit, Liebe, Glück und Zuversicht und unseren christlichen Freunden fröhliche, friedliche und gesegnete Ostern.

Chag Pessach Kascher we‘ Sameach !!                                  Frohe Ostern !!               

 

Angelika Weißenborn-Hinz, Schriftführerin

-für den Vorstand-  im April 2020

 

Grundstein für neue Synagoge in Neuss gelegt

Rheinische Post vom 1. April 2020

Der sechs­te Tag im Mo­nat Nis­san des Jah­res 5780 jü­di­scher Zeit­rech­nung war ein Freu­den­tag für die jü­di­sche Ge­mein­de in Neuss. Denn Bert Röm­gens konn­te ge­mein­sam mit dem Bau­un­ter­neh­mer An­dre­as van Eyk den Grund­stein für die Er­wei­te­rung des Ge­mein­de­zen­trums an der Le­o­stra­ße le­gen.

Begegnungen – Die verbindendende Sprache der Kunst

Begegnungen – Die verbindendende Sprache der Kunst

Begegnungen – Die verbindendende Sprache der Kunst

Ausstellung im Clemens-Sels-Museum Neuss vom 10.11.19 bis 01.03.20

Gezeigt werden 40 Gegensatzpaare zu einem Thema, je ein Kunstwerk aus dem  Bestand des Museums und eines aus der russisch-jüdischen  Privatsammlung der Familie Rubinstein – Horowitz.
Dazu hier ein Bericht zur Sonderpräsentation „ Rabbinische Gedanken zur Kunst“

Eine Rabbinerin  im Clemens-Sels-Museum zur Ausstellung „Begegnungen“

 

Die einzige Enkelin des 1983 verstorbenen russisch-jüdischen Kunstsammlers Jakov Rubinstein, führt bis heute das Erbe ihres Großvaters weiter.  Diese Privatsammlung war Anlass zu einer Ausstellung im CSM in Neuss. Die Gemälde wurden von Frau Rubinstein-Horowitz und der Museumsdirektorin, Frau Dr. Husmeier-Schirlitz mit Unterstützung von Frau Dr. Sugrobbova-Roth zu 40 Gegensatzpaaren zusammengestellt. Jeweils die Hälfte der Gemälde kamen aus dem Bestand des CSM und  aus der Privatsammlung.

Hier kommt die verbindende Sprache der Kunst ins Spiel und damit die Rabbinerin Prof. Elisa Klapheck von der liberalen Synagogengemeinde  in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt/Main.  Kunst und Kultus sind im Judentum keine Gegensätze, in den orthodoxen Gemeinden ist die Kultur von den religiösen Traditionen nicht zu trennen, im eher liberalen oder säkularen Judentum weitet sich der Blick nach außen, über den Tellerrand hinaus. Die jüdische Kultur spielt auch hier eine bedeutende Rolle, nur die Akzente verschieben sich.  So konnte die große Gruppe der Zuhörer im Januar gespannt sein auf die Ausführungen der Rabbinerin. Nach einer kurzen persönlichen Vorstellung  erläuterte sie  kompetent und wortgewandt  einige Facetten der Gemälde.  Ihre engagierte einfühlsame biblisch-jüdische Deutung einiger Bildpaare zog alle Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann.

Beispielhaft möchte ich hier zwei  Bildpaare beschreiben, die aus rabbinischer Sicht in der Grundaussage noch heute bedeutsam sind:

Das erste geht  um zwei Gemälde „Stillleben“, das zweite um zwei  Frauen und die Farbe rot.

„Stillleben mit venezianischem Weinpokal“ und „Stillleben“ werden als ein gedeckter Tisch am Schabbat-Abend gedeutet, dem heiligen Tag der Woche. Am Freitagabend gibt es ein Festessen in der Familie, mit Freunden oder in der Gemeinde. Das erste Bild von Georg Flegel  (um 1630)  macht die wohlhabende Familie deutlich, was sich in edlem Geschirr, Besteck und erlesenen  Speisen zeigt. Der Weinpokal deutet auf einen guten Wein, der in Westeuropa üblich war.

Das zweite Bild „Stillleben“ von Michail  Kusnetzow ( 1929) deutet auf eher ärmliche Lebens-verhältnisse hin. Das Geschirr ist schlicht, Besteck fehlt, nur Tee,  zwei Fische und ein wenig Brot sind die einfachen Speisen. Die leere Schale wartet auf Gaben der Gäste. In der russisch jüdischen  Bevölkerung  war Wein untypisch und viel zu teuer.

Bei der Gegenüberstellung der beiden Gemälde : Bruno Goller „Frau mit Hut“  (1992) und Michail Sokolow  „ Frau in rotem Kleid“  ( frühes 20.Jh.) ist die rote Farbe dominant.  Im ersten Gemälde tritt die Frau aus dem roten Hintergrund heraus  mit Hut zum  Zeichen ihrer Selbstständigkeit als Frau.  Im Vordergrund des Bildes erkennt man ihr Handwerkszeug als Putzmacherin. Sie hat ihre vertraute Umgebung noch nicht verlassen, nutzt aber ihre erworbenen Fähigkeiten, den Weg in ihre vollständige  Unabhängigkeit zu gehen.

Die Frau des zweiten Bildes hat den leicht verwaschenen Hintergrund bereits verlassen und die Farbe Rot in ihrer eleganten Erscheinung  (Kleid und Hut) angenommen. Damit zeigt sie Sicherheit und Selbstbewusstsein und den Wunsch, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Die Farbe Rot ist sehr bedeutsam  in der jüdischen  Religion, Kultur und Tradition. Die Rabbinerin  erklärte die Vielschichtigkeit  der Farbe Rot im Judentum  durch einige Beispiele und nahm Bezug auf Tora und Talmud, die heiligen Schriften der Juden. Oft liegen sprachliche Begriffe im Hebräischen sehr nahe  beieinander, wie z.B. Adam, Adom, Edom.

Schon im 1. Buch Mose   beginnt es,  Adam heißt Mensch,  Adom bedeutet  Rot, Erde, Gott .

Der rote Granatapfel, die  biblische Erzählung vom rothaarigen  Esau und Jakob, (1.Mose 25, 19ff und 33, 1-20), Sklaverei in Ägypten – rötliche Lehmziegel, 10 Plagen , brennender Dornbusch und Feuersäule.   Die rabbinische Sicht  der Farbe Rot wurde erweitert  durch den Bezug zum Leben, denn im Judentum bedeutet Leben= Blut. Deshalb dürfen Juden kein Fleisch essen, in dem nur ein Tropfen Blut bleibt. Das Schächten der Tiere lässt alles Blut in die Erde fließen wie Leben bringendes Wasser. Es wird dann mit Erde zugedeckt , um den göttlichen Ursprung zu betonen  (5.Mose 15,23).

Die rote Farbe veränderte sogar den blauen Davidstern, nämlich als Signal auf den Rettungswagen für Erkrankte in Israel.

Die faszinierenden Beschreibungen der Rabbinerin beruhten einmal auf ihrer sprachlichen Fähigkeit (erster Beruf war Journalistin) und auf ihrem familiären Hintergrund (ihr Vater war der berühmte  Düsseldorfer Maler Konrad Klapheck – nach ihm ist eine Straße in Df-Golzheim benannt).

Die Rabbinerin beschrieb ihre Erfahrungen so:  ihr Vater machte sie früh mit der Kunst vertraut,  ihre Mutter mit der jüdischen Religion. Erst in späteren Jahren ließ sie sich zur Rabbinerin ausbilden.

Die Gespräche nach der interessanten und  anregenden Führung mit der Rabbinerin und  Gästen beendeten einen wunderbaren Tag mit dem Wunsch, noch intensiver die Schriften der Tora zu lesen.

Rabbinerin Elis Klapheck, Tanja Horowitz

 

Angelika Weißenborn-Hinz

Solidaritätsveranstaltung wegen der Attentate in Halle an der Saale

Solidaritätsveranstaltung wegen der Attentate in Halle an der Saale

11. Oktober 2019

Wegen der Attentate am 9. Oktober 2019 versammelten sich Neusser Bürger, Vertreter aus der Verwaltung und aus den Religionsgemeinschaften um ihre Solidarität mit den Opfer zu zeigen.

Hier die Ansprache von Bert Roemgens, Vertreter der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Breuer,

Vertreter des Rates, der Verwaltung und der Politik,

Kirchen, muslimische Verbände,

Anwesende und natürlich Vertreter des Raum der Kulturen,

insbesondere lieber Hamdi!

Vorgestern war für uns als Jüdische Gemeinschaft Deutschland ein schwarzer Tag. Aber auch ein schwarzer Tag für unser vielfältiges demokratisch gelebtes Miteinander.

Eigentlich sollte der Tag Jom Kippur – für uns der höchste Feiertag -, der Tag sein, an dem das nächste Jahr im Buch des Lebens vom Ewigen besiegelt wird. An Rosh Hashana wird unser Schicksal vom Ewigen ins Buch des Lebens eingeschrieben, an den folgenden Tagen haben wir durch unser aktives soziales Handeln die Möglichkeit zur Umkehr an .Jom Kippur findet – so hoffen wir – für uns im positiven Sinn die Besiegelung unseres Schicksals statt.

Wie Sie alle wissen, kam es anders. Ein terroristischer, feiger und hinterhältiger Anschlag an der Synagoge in Halle hat zwei Menschen das Leben gekostet. Der Täter, ein rechtsextremer Neonazi, wollte ganz bewusst an Jom Kippur in die Synagoge gelangen, um alle Betenden dort umzubringen.

Für den Fall, dass er nicht alle treffen könne, legte er vor der Synagoge Sprengkörper aus, um Feuer zu legen, weil er wusste, dass die potentiellen Opfer aus der Synagoge kommen mussten.

Ein perfider Plan, der vielen betenden Juden das Leben hätte kosten können.

Die Besucher der Synagoge konnten sich im ersten Obergeschoss verbarrikadieren. Wer Fotos der angeschossenen Türe gesehen hat, weiß welche Ängste die G’ttesdienstbesucher ausstehen mussten.

Wie wir heute wissen, gehört der Terrorist in den rechtsextremen Block verortet, der den Holocaust leugnet und dessen Ziel es ist, zunächst möglichst viele Juden zu töten.

Denn das vereinende ideologische Merkmal im Rechtsextremismus ist der Antisemitismus gefolgt von Rassismus.

Das nächste Ziel des terroristischen Übergriffs wäre eine Moschee oder ein linkes Zentrum gewesen.

Für eine Passantin, die den Täter ansprach und für den Besitzer des Döner-Imbisses, in dem der Täter seinen Anschlag fortsetzte, kam leider jede Hilfe zu spät.

Wie gehen wir damit um?

Böse Gedanken – böse Worte – böse Taten (Talmud)

Was vor zehn Jahren nur gedacht wurde, wird heute – legitimiert durch eine fragliche Alternative – offen ausgesprochen. Ja, auch heue müssen wir feststellen, dass diese „Alternative“ der geistige Brandstifter ist. Öffentliche Auftritte von Funktionären mit

Neonazis, der offene Umgang mit dem sogenannten Kyffhäuser Flügel führt wie selbstverständlich dazu, dass die rechte und menschenverachtende Gesinnung in diesem Jahr in Plauen, in Dortmund und im letzten Jahr in Chemnitz aufmarschieren konnten. Dazu kommt, das perfekte Bedienen der neonazistischen Nomenklatur. Hier ist die Politik gefordert eine richtige Alternative aufzuzeigen.

Offener Antisemitismus, offener Rassismus in sämtlichen Social Media, Judenhass und Hass gegen Migranten ist in die gesellschaftliche Mitte gerückt. Und das ist das Ergebnis unseres Umganges mit rechten Ideologien.

Wir brauchen eine stabile respektvolle und vielfältige Gesellschaft.

Wir dürfen nicht zulassen, dass das Rechte und Radikale in die Mitte rückt oder die Mitte sich aus wahlstrategischen Gründen dem Rechten öffnet.

Viele  Facebookprofile haben jetzt „Together against Antisemitism“ oder „Nie wieder“ in ihr Profilbild gestellt. Aber, wie füllen wir das mit Leben. Nachhaltigkeit ist zwingend notwendig. Jeder ist aufgefordert in seinen eigenen Netzwerken gegen Ausgrenzung, gegen Antisemitismus und gegen Rassismus anzugehen.

Auch wenn die Verantwortung für die Tat beim Täter liegt, so wurde er doch von einer Gesellschaft ermutigt, die ein „Nie wieder“ nicht entschlossen gelebt hat. Das dürfen wir nicht zulassen.

Ich hoffe auch, dass wir auch im Andenken an den feigen antisemitischen Anschlag und im Andenken an die Opfer von Halle bereit sind, das „nie wieder“ immer mit eigenem Handeln zu füllen.

Von Herzen wünsche ich Ihnen und uns Shabbat Shalom!

 

Israeltag in Neuss

Israeltag in Neuss

Israeltag in Neuss auf dem Münsterplatz

Am 12. Mai 2019 startet der Israeltag in Neuss.
Um 14 Uhr eröffnen Dr. Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und Bürgermeister Reiner Breuer den diesjährigen Israeltag in Neuss.

 

Hiermit laden wir Sie herzlich ein zum Konzert:

„Shalom – Kirche trifft Synagoge“

Sonntag, 07. April 2019, 17.00 Uhr in der Ev. Christuskirche Neuss

im Rahmen der

Jüdischen Kulturtage Rhein Ruhr

 

Angelehnt an die reichen Traditionen der christlichen Orgelmusik und der jüdischen Liturgie, vereint dieses Programm beliebte Klassiker wie „Kol Nidre“ von Max Bruch, „Prayer“ von Ernest Bloch und „Synagogen Melodien“ von Louis Lewandowski mit den wertvollen, in Vergessenheit geratenen Werken u.a. von Friedrich Gernsheim und Joachim Stutschewsky.
Die seltene, aber reizvolle Konstellation Viola und Orgel, gespielt verspricht ein außergewöhnliches Klangerlebnis.

Semjon Kalinowsky (Lübeck) Viola

Paul Kayser (Luxembourg) Orgel


PROGRAMM

 

Louis Lewandowski (1821-1894)

Fest-Praeludium Nr.1 zu Rosh Hashannah (Orgel Solo)

 

Joseph Gabriel Rheinberger (1839-1901)

Präludium c-moll  aus der Suite op. 166
bearbeitet für Viola und Orgel
Moderato.


Semjon Kalinowsky (Bratsche), Lübeck Als leidenschaftlicher Vertreter seines Instruments, versucht er durch seine rege Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker in Norwegen, Polen, Luxemburg, Deutschland, Schweden, Türkei, Russland, Dänemark, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Ungarn, Finnland, der Schweiz und Israel die Viola von der Patina der abschätzigen Vorurteile zu befreien

Als Mitglied des Trio Arpeggione rief er vergessene Stücke in Erinnerung und ließ Bekanntes ungewöhnlich erklingen. Andere  kammermusikalische Schwerpunkte bilden heute die durch viele Repertoire-Neuentdeckungen angeregte Duotätigkeit mit seiner Frau, der Pianistin Bella Kalinowska, sowie Kammermusik für Viola und Orgel. Dabei gilt sein besonderes Interesse dem Aufspüren alter Notenmanuskripte in den europäischen Musikbibliotheken.Zu den Höhepunkten der letzten Konzertsaison gehören seine Auftritte mit renommierten Organisten bei solchen Festivals, wie  Wuppertaler Orgeltage,  Orgelfestival Rønne (Bornholm, Dänemark),  IDO Düsseldorfer Orgelfestival,    Bach-Tage Aachen,  Orgelfestwochen Rheinland-Pfalz,  Jewish Musik Days (Haifa,Israel), Orgelsommer Lübeck, Orgelsommer Darmstadt,  Pargas Orgeldagar (Finnland),                     Het OrgelPark Amsterdam, Orgelfrühling Eisenstadt, Orgeltage Hohenems (A), Orgelfestival Svendborg (DK), Kathedralfestival Brügge (BE), Orgelfestival Malta.

Als Bearbeiter und Herausgeber hat er in Zusammenarbeit mit renommierten Musikverlagen, wie  Robert Lienau (Frankfurt), Peters ( Leipzig), Hofmeister (Leipzig) ,         Schott (Mainz), Bärenreiter (Kassel)    dazu beigetragen, das Viola-Repertoire mit neuen Werken zu bereichern.

Für seine Tätigkeit wurde er vom Präsidenten der Ukraine mit dem Titel „Verdienter Künstler der Ukraine“ ausgezeichnet. Semjon Kalinowsky erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik Lemberg. Als Stipendiat des Polnischen Kulturministeriums absolvierte er an der Staatlichen Musikakademie Danzig sein Aufbaustudium. Semjon Kalinowsky spielt eine Viola von Johann Baptist Schweitzer, 1817.


Paul Kayser, (Orgel) geboren 1979 in Luxemburg-Stadt, erhielt seit 1985 seine musikalische Grundausbildung am dortigen Konservatorium, wo Pierre Nimax jr. (Orgel) und Alexandre Muellenbach (Komposition) seine einflussreichsten Lehrer waren.

Er hat katholische Kirchenmusik und künstlerische Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main studiert, u.a. in den Klassen von Prof. Martin Lücker und Prof. Daniel Roth (Orgel), Prof. Gerd Wachowski (Liturgisches Orgelspiel), Prof. Winfried Toll (Chorleitung). Ein weiteres Aufbaustudium in Improvisation folgte an der „Universität der Künste Berlin“ bei Prof. Wolfgang Seifen, das er mit dem „Konzertexamen in Orgelimprovisation“ abschloss.  Diese Ausbildung wird ergänzt durch die Teilnahme an etlichen Meisterkursen  : u.a. bei Jean Boyer, Theo Brandmüller, Thierry Escaich, Lorenzo Ghielmi, Naji Hakim, Olivier Latry, Loïc Mallié, Pierre Pincemaille, Gillian Weir. Im Jahr 2001 wurde Paul Kayser Preisträger beim Wettbewerb um den Förderpreis für Orgelimprovisation des Internationalen Orgelfestivals Fugato in Bad Homburg v. d. Höhe sowie Preisträger im Jahr 2007 beim Improvisations-Wettbewerb „Orgel ohne Grenzen“.

Aufgewachsen an der berühmten Stahlhuth/Jann-Orgel in St-Martin in Düdelingen (Luxemburg) ist Paul Kayser heute Organist an den Kirchen St-Alfons in Luxemburg-Stadt und an der Sankt-Willibrordus-Basilika in Echternach. Desweiteren unterrichtet er Orgel, Orgelimprovisation und Tonsatz an den Musikschulen in Echternach und Niederkerschen.

Stetige Konzerttätigkeit im In-und Ausland, Rundfunkaufnahmen, CD-Einspielungen.