Lyrikmarathon am Sonntag, den 9.Juli 2023

Für Lyrikinteressierte bietet die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, das Nelly-Sachs-Haus und das Heinrich-Heine-Institut den vierten Lyrikmarathon am Sonntag, den 9.Juli 2023 von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Nordpark (Empore auf der Rückseite des Gartenamtes) in Düsseldorf an. Die Veranstalter möchten damit ein literarisches Zeichen setzen: Für Solidarität, Interkultur und Vielfalt.

Wahlweise kann man als Gast zuhören oder auch selbst sein Lieblingsgedicht vortragen. Zur Auswahl stehen Gedichte aus der Anthologie von Herbert Schmidt „Ist es Freude, ist es Schmerz?“, sowie Gedichte von Nelly Sachs und Heinrich Heine. Bei der Gedichtrecherche gibt es Hilfe unter der Mailanschrift nadine.hoffmann@duesseldorf.de oder der Telefonnummer 0211/89 9 55 77 .

Eine schöne Idee, wie die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Neuss meint und sich der freundlichen Einladung gerne anschließt.

Die deutsch-israelischen Beziehungen sind sicher ganz besondere Beziehungen

Neusser Stadtgespräch unter der Schirmherrschaft von Hermann Gröhe MdB mit dem israelischen Botschafter Ron Prosor

  • Uhr
  • Zeughaus Neuss
  • Anmeldung erforderlich unter:
    https://www.kas.de/de/web/rheinland/veranstaltungen/detail/-/content/die-deutsch-israelische-freundschaft-eine-besondere-beziehung

Wir freuen uns, den Botschafter Israels in Deutschland, Ron Prosor, beim nächsten „Neusser Stadtgespräch“ begrüßen zu können. Gemeinsam wollen wir eine Standortbestimmung vornehmen: Wo steht die deutsch-israelische Freundschaft heute? Und vor welchen Herausforderungen stehen wir?

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Herzliche Grüße,

Simone Gerhards
Leiterin Regionalbüro Rheinland, Politisches Bildungsforum NRW

Einladung Besichtigung Heilig-Geist-Kirche am 22. März 2023

Herzliche Einladung zur Besichtigung!

  • Am Mittwoch, 22. März 2023
  • um 18.00 Uhr
  • die Heilig-Geist-Kirche in der Neusser Nordstadt

Wir treffen uns vor der Kirche an der Neusser Weyhe Nr. 70.

Die Kirche ist ab 17.45 Uhr geöffnet, so daß Sie gerne auch schon vorher hereinschauen können. Wegen der außergewöhnlichen Innenraumgestaltung bietet die Kirche einen besonderes Bildprogramm, das an vielen Stellen auf das Alte Testament Bezug nimmt. Wir erhalten ab 18.00 Uhr eine Führung durch das ehemalige Kirchenvorstandsmitglied Jochen Goerdt, die vom Mitglied unseres erweiterten Vorstandes Monika Mertens-Marl, die auch den Besuch organisiert hat, moderiert wird. Den ehemaligen Kindergarten der Gemeinde konnte übrigens die jüdische Gemeinde ab 2008 als Synagoge nutzen, bis schließlich an selber Stelle das Gemeindezentrum mit Synagoge errichtet werden konnte.

Für Interessierte besteht im Anschluss an die Führung die Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch in geselliger Runde.

GESELLSCHAFT FÜR CHRISTLICH-JÜDISCHE
ZUSAMMENARBEIT IN NEUSS E.V.

Dorothea Gravemann
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied
c/o Bücherhaus am Münster
Krämerstr. 8
41460 Neuss
Tel.   02131 – 21545
Mob. 0175 – 2622187

Mitgliederversammlung der GCJZ Neuss im Alexander-Bederov-Zentrum am 2. März 2023

Am Donnerstag, dem 2.März 2023 um 18.00 Uhr treffen sich die Mitglieder und Freunde der GCJZ Neuss im Alexander-Bederov-Zentrum am Weißenberger Weg 149 in 41462 Neuss zu einer Mitgliederversammlung.
Auf der Tagesordnung stehen u.a. der Bericht des erweiterten Vorstandes, Kassenbericht und Jahresabschluss und der Bericht der Kassenprüfer. Themen des Abends sind die weitere Arbeit des Verbandes und ein Bericht über eine Israelreise.

Vorher, um 17.00 Uhr haben Interessierte die Möglichkeit, das Alexander-Bederov-Zentrum und die neue Synagoge bei einer einstündigen Führung kennenzulernen.

Wer daran teilnehmen möchte , wird um Anmeldung per Mail an cjz-vorstand@web.de gebeten.

Sonderausstellung ‘Der Tod ist ständig unter uns‘ – Die Deportationen nach Riga und der Holocaust im deutsch besetzten Lettland

Der Erinnerungsort Alter Schlachthof an der Hochschule Düsseldorf und die Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf zeigen vom 13.2.2023 bis zum 3.4.2023 die von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte realisierte und vom Auswärtigen Amt finanzierte Ausstellung „‘Der Tod ist ständig unter uns‘ – Die Deportationen nach Riga und der Holocaust im deutsch besetzten Lettland“. Die Ausstellung erfolgt in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf und mit Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Nach Riga und Hamburg ist Düsseldorf die dritte Station der Ausstellung. Es ist eine besondere Station, denn die Ausstellung wird in einem Gebäude der Hochschule Düsseldorf gezeigt, unmittelbar neben der damaligen Viehmarkthalle des Düsseldorfer Schlachthofes (heute Bibliothek und Erinnerungsort) – also neben dem Ort, an dem sich am 10./11.12.1941 über 1.000 jüdische Kinder, Frauen und Männer aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf einfinden mussten, bevor sie in das Ghetto in Riga verschleppt wurden.

Interessierte sind herzlich eingeladen zur Eröffnung der Sonderausstellung am 13.02.2023 um 16 Uhr im Gebäude 6 der Hochschule Düsseldorf (Münsterstraße 156, 40476 Düsseldorf – Foyer).

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Simons-Preis bereits nach erster Vergabe in der Neusser Chronik

Simons-Preis bereits nach erster Vergabe in der Neusser Chronik

Der in diesem Jahr erstmalig vergebene Simons-Preis hat in der Chronik der Stadt einen Niederschlag gefunden.

Im Novaesium 2022, dem Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte, hat unser Vorstandsmitglied Dr. Jens Metzdorf umfangreich unter dem Stichwort „Dokumentation“ den Simons-Preis würdigen lassen.

Die Laudatio des ehemaligen Verwaltungsdirektors der jüdischen Gemeinde Michael Szentei-Heise und die Dankesrede des Preisträgers Alt-Bürgermeister Dr. Bertold Reinartz finden sich neben zahlreichen Bildern der Preisverleihung im Jahrbuch.

Auch diese Erwähnung des Simons-Preises und die ausführliche Berichterstattung sind eine Anerkennung der Preisträger und der Arbeit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Das Novaesium ist im Buchhandel und u.a. beim Stadtarchiv für 22 € erhältlich.

Der Gartensaal des Clemens-Sels-Museum war mit über 50 Gästen gut gefüllt.
Die ersten Simons-Preis-Träger Hans Heinrich Große Brockhoff und Dr.Berthold Reinartz, mit Gaby Glassman-Simons und Vorsitzenden der GCJZ Dorothea Gravemann
Bert Römgens und Dr. Jens Metzdorf haben das Konzept des Simons-Preis entwickelt, Gaby Glassmann und ihr Mann David Glassmann, Bürgermeister Reiner Breuer
Reiner Breuer, Laudator Michael Szentei-Heise, Bundestagsabgeordneter Hermann Gröhe und Kulturdezernentin Dr.Christiane Zangs

Verlegung von weiteren Stolpersteinen in Neuss

Am Dienstag, dem 6.Dezember 2022 wird der bekannte Künstler Gunter Demnig weitere Stolpersteine in Neuss verlegen. Damit werden in unserer Stadt insgesamt mehr als 100 Stolpersteine an 45 Standorten verlegt worden sein. Die Verlegung beginnt um 11.00 Uhr an der Niederstraße vor dem Kaufhof, gegen 11.30 Uhr geht es am Haus Neustraße 5 weiter.

Demnig ist inzwischen dazu übergegangen, auch Steine für Geflohene und Überlebende zu setzen, auch um so die Familien symbolisch wieder zu vereinigen. Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Verlegung der Stolpersteine teilzunehmen. Diese werden durch Spenden aus der Bevölkerung finanziert.

Weitere Informationen zu dieser seit Jahren in Neuss stattfindenden Aktion finden sich auf der Internetseite des Stadtarchivs Neuss, das die Initiative koordiniert und zum Beispiel Faltblätter zu den einzelnen Standorten herausgibt.“

Ansprache zum Gedenken an die Pogromnacht am 9. November 1938

Ansprache zum Gedenken an die Pogromnacht am 9. November 1938

Zum Gedenken an die Pogromnacht am 9. November hielt Bert Roemgens, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, eine sehr eindringliche Rede.
Hier der Text im Wortlaut:

Kwod Ha’Rav,

sehr geehrter Herr Rabbiner Kaplan,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Breuer,
sehr geehrter Herr Landrat Petrauschke,
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit,
sehr geehrte Damen und Herren aus Politik und Verwaltung,
verehrte Gäste,

 

Am 9. November 1938, also heute vor 84 Jahren wurde genau an dieser Stelle die Neusser Synagoge niedergebrannt. Vor 84 Jahren begann der Auftakt zu Rassenwahn, zur Entwürdigung, zur Folterung und zum systematischen Morden und Töten, an dessen Ende die Vernichtung von 6 Millionen Juden stand. 6 Millionen Männer, Frauen und Kinder jüdischen Glaubens.

Schon deutlich vor diesem Datum wurden Neusser daran gehindert, in jüdische Geschäfte zu gehen beispielsweise in das Kaufhaus Arlsberg oder die Konfektionsgeschäfte von Isaak Gottschalk und Sally Levy.

Jüdische Familien mussten später ihre Wohnungen verlassen und in sogenannte Judenhäuser auf der Büttgerstraße 18, Kanalstraße 65 oder Büchel 31 ziehen. Die leergezogenen Wohnungen und Häuser gingen direkt und ausnahmslos in den Besitz des Deutschen Reiches.

Die in Kraft getretenen Nürnberger Rassegesetze taten das Übrige zur Entwürdigung der Gemeindemitglieder der Jüdischen Gemeinde Neuss, die den Ereignissen vollkommen hilflos gegenüberstanden. All dies geschah in der Regel ohne erkennbare Teilnahme der übrigen Stadtgesellschaft.

Schrecklicher Höhepunkt war der 9. November 1938 als der Düsseldorfer Gauleiter der NSDAP in Neuss telefonisch die Anweisung für die Durchführung der „Judenaktion“ gab. Gegen Mitternacht drang die SA in die Synagoge hier an der Promenadenstraße ein und verwüstete die Innenräume. Der Führer der Neusser NS-Ärzteschaft organisierte die Benzinkanister und wenig später ging die Synagoge in Flammen auf. Gemeindemitglieder wurden aus ihren Häusern gezerrt, durch die Straßen gehetzt, blutig misshandelt und verhöhnt.

Der pflegebedürftige Aron Heumann wurde aus seiner neben der Synagoge gelegenen Wohnung geholt und musste unter den Fußtritten und dem Gejohle der teilweise betrunkenen SA-Männer den Gehsteig vor der schwelenden Ruine säubern.

In den Folgewochen und Monaten folgte für diejenigen Neusser Juden, die nicht fliehen konnten, die Deportation in die Lager Lodz, Riga, Theresienstadt und schließlich Auschwitz. Dies bedeutet, vor 84 Jahren begann auch in Neuss der unbeschreibliche Leidensweg für Millionen jüdischer Frauen, Männer und Kinder, der für die meisten von Ihnen in Ermordung und industrialisiertem Töten endete. Wenn wir uns heute daran erinnern, können wir dies nur, indem wir auch zeitgleich die Verantwortung für die heutige Zeit – für unsere Zeit übernehmen.

Antisemitismus war nie weg und was wir ebenfalls seit einigen Jahren bitter erfahren müssen, ist, dass soziale Netzwerke Antisemitismus und Rassismus geradezu salonfähig machen. Wenn vor einigen Jahren antisemitische Aussagen verdeckt getätigt wurden, ist es heute geradezu „normal“ dies mit dem Klarnamen versehen zu äußern.

Offener Antisemitismus, offener Rassismus, Judenhass, Hass gegen Migranten ist in die gesellschaftliche Mitte gerückt. Radikal Rechte und auch radikal Linke versuchen in die Mitte der Gesellschaft zu kommen, zum Teil auch aus wahlstrategischen Gründen.

So vergeht keine Woche, kein Tag, in dem medial nicht über einen rechten Übergriff berichtet wurde. Nicht mehr nur auf jüdisches Leben, vielmehr mittlerweile auch auf staatliche Organisationen und Institutionen.

Es gibt zahlreiche Beispiele, wie z.B. Demonstrationen in der Pandemie wo Coronagegner den gelben Stern, also das Sinnbild für Entmenschlichung und für den Mord an über 6 Millionen Menschen im Kontext „Impfen“ nutzen. Oder der durch die Querdenker formulierte Begriff „Impfen macht frei“ adaptiert an das von den Nazis formulierte „Arbeit macht frei“ und somit eine absolute Bagatellisierung des unendlichen Leids der Opfer des Holocausts und eine klare antisemitische Aussage.

Seit 9 Jahren darf ich stellvertretend für die Jüdische Gemeinde den Wortbeitrag zur Gedenkveranstaltung der Pogromnacht gestalten.

Ich appelliere in meinen Beiträgen an die Stadtgesellschaft für ein demokratisches Miteinander, für ein gemeinsames Arbeiten an demokratischen Werten und auch für ein vielfältiges Miteinander. Unsere Gesellschaft ist vielfältig und wir müssen respektvoll miteinander umgehen. Aber wie ich schon im letzten Jahr erwähnte, ich bin mir nicht sicher ob dies ausreicht. Hier ist deutlich mehr gefordert. Hass und Hetze, Antisemitismus und Rassismus in den Social Medias nimmt zu.

Extra zur Kontrolle geschaffene Behörden versuchen dies zu verfolgen und juristisch zu reglementieren. Verstärkter Polizeischutz vor jüdischen Institutionen, auch hier in Neuss, und die sicherlich und absolut unter positiven Vorzeichen ins Leben gerufene „Dunkelfeldstudie“ also die Studie, die vom Land in Auftrag gegeben wurde und untersuchen soll, wie weit Antisemitismus in der Bevölkerung verbreitet ist: dies alles gilt als Eingeständnis , dass es weiterhin Antisemitismus, Hass auf Juden und Hass auf jüdische Einrichtungen und Institutionen gibt und gab.

Mittlerweile gibt es auch diverse Hochschulen, die sich wissenschaftlich mit dem Phänomen des Antisemitismus beschäftigen und es gibt auch einzelne Worte mit einem Alleinstellungsmerkmal wie z.B. Israelfeindlichkeit – oder kennen Sie Italienfeindlichkeit, Polenfeindlichkeit oder Ungarnfeindlichkeit?

Diese Länder erwähne ich ganz bewusst, weil um uns herum im demokratischen friedlichen Miteinander der europäischen Union Parteien mit zumindest faschistischen Wurzeln von der Mehrheitsbevölkerung mit der Regierung beauftragt wurden. Und dies macht mir Angst.

Die einzige Möglichkeit, die wir haben ist, in breiter Front aus dem demokratisch bürgerlichen Lager gemeinsam wachsam gegen das zu sein, was sich schon längst entwickelt hat. Und wir müssen gemeinsam demokratisch dagegen angehen, müssen in unserem eigenen sozialen Umfeld, in unserem eigenen virtuellen sozialen Netzwerk Position gegen dieses Unrecht beziehen. Hier sind wir alle gefordert. Ansonsten verlieren wir das wesentliche was wir haben – den menschlichen Respekt voreinander.

Dieses schreckliche Drama und das verordnete industrialisierte Töten von 6 Millionen Menschen, Männer, Frauen und Kindern hat nicht mit dem Bau von Gaskammern begonnen, sondern es hat damit begonnen, Menschen auszugrenzen und Menschen nicht respektvoll zu behandeln. Der Sinn von Gedenkveranstaltungen soll nicht sein, Schuld aufzuladen, aber der Sinn soll sein, zu sensibilisieren und Verantwortung dafür zu übernehmen, dass die dramatischen Ereignisse von damals nicht mehr geschehen.

Keiner von uns kann das geschehene Unrecht rückgängig machen, aber wir alle haben die Verantwortung, dass Antisemitismus, Rassismus, dass Ausgrenzung von Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion und ihrer sexuellen Orientierung nie wieder vorkommen darf.

Max Mannheimer ein Holocaustüberlebender, dessen Lebenskreis sich vor sechs Jahren schloss, sagte: „Ihr seid nicht an dem Schuld, was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht mehr geschieht.“

Das Gedenken an die Vergangenheit, ist die Gestaltung der Zukunft. Das ist der Leitsatz, den man liest, wenn man Yad Vashem betritt. Yad Vashem, die nationale israelische Gedenkstätte des Holocaust, durfte ich vor ein paar Wochen mit SchülerInnen des Nelly-Sachs-Gymnasiums und des Marienberg-Gymnasiums aus Neuss besuchen.

Ich bin sehr froh, dass SchülerInnen aus Neuss in den Austausch mit einer israelischen Schule gehen, denn nur durch das Kennenlernen, durch das Bilden von Freundschaften gelingt es uns, Vorbehalte zu überwinden. Diese so klein klingenden Begegnungen haben für mich deutlich mehr Wert, als Worthülsen und Lippenbekenntnisse gegen Ausgrenzung.

Diese Begegnung im September, vor knapp 8 Wochen hat dazu geführt, dass sich junge Menschen aus Neuss und Herzliya getroffen haben, Beziehungen entstanden sind, die fortgeführt werden.

Somit wird automatisch Ausgrenzung und vorurteilsbehaftetes Denken ausgeschlossen. Es entstehen Bekanntschaften und sogar Freundschaften, man verabredet sich und freut sich auf den nächsten Besuch.

Es ist ein respektvoller und empathischer Umgang miteinander. Deshalb bedeutet es für mich mehr als Worthülsen und Lippenbekenntnisse.

Denn diese Generation ist es, die dafür Sorge trägt, dass Antisemitismus, Ausgrenzung und Rassismus in Zukunft nicht mehr geben darf. Diese Generation hat hierfür die Verantwortung.

Deshalb gilt mein ganz persönlicher Dank all denen, die diese Begegnung möglich gemacht haben.

Wir aus der Jüdischen Gemeinde können und wollen alles dafür tun, dass sich diese schrecklichen Ereignisse nicht mehr wiederholen und freuen uns sehr, dass wir durch unser Gemeindezentrum oder die Einweihung der neuen Synagoge nach ‘38 im letzten Jahr ein Zentrum der Begegnung für die Neusser Stadtgesellschaft geschaffen haben.

Das was geschehen ist, dieses sinnlose Entmenschlichen und Morden, darf nie wieder geschehen.

Dies ist ein Auftrag an uns alle.

 

Shalom.

 

 

Reinigung der Stolpersteine in Neuss

Am Samstag, dem 5. November 2022 ruft die SPD die Bürgerinnen und Bürger in Neuss auf, gemeinsam alle Stolpersteine in unserer Stadt zu reinigen. Die GCJZ schließt sich diesem Aufruf an und bittet um Mithilfe.

Treffpunkt für alle, die mitmachen möchten, ist um 10.00 Uhr vor der SPD-Geschäftsstelle an der Oberstraße 23. Um Anmeldung wird gebeten unter rosemarie.franken-weyers@spdneuss.de oder telefonisch unter 0172/8591853 (Rosemarie Franken-Weyers).

 

Simons-Preis zum ersten Mal vergeben!

Simons-Preis zum ersten Mal vergeben!

Es war ein besonderer Abend im Gartensaal des Clemens – Sels – Museum: der neu geschaffene Simons-Preis der GCJZ Neuss wurde zum ersten Mal vergeben und ein hochkarätiges Publikum applaudierte den Preisträgern Altbürgermeister Dr. Bertold Reinartz und dem früheren Stadtdirektor Hans Heinrich Grosse-Brockhoff. In ihrer Einführung beschrieb GCJZ-Vorsitzende Dorothea Gravemann den Simons-Preis als gelungene Verknüpfung von Tradition und Zukunft. Das jüdische Ehepaar Nathan und Sibilla Simons stiftete aus Anlaß ihrer Goldenen Hochzeit im Jahr 1881 4.000 Goldmark zur Einrichtung der Simon´schen Stiftung, die überkonfessionell der Unterstützung armer Neusser gewidmet sein sollte. Das Besondere an diesem bürgerschaftlichen Engagement, das der gesamten Stadtgesellschaft galt, war die Auszahlung an Juden und Christen gleichermaßen.

Diesen Aspekt der Toleranz hat die GCJZ aufgegriffen und zur Grundlage ihres Konzeptes, das von Jens Metzdorf und Bert Römgens entwickelt wurde, gemacht. Als erste Preisträger wurden Reinartz und Grosse-Brockhoff ausgewählt, da sie gemeinsam mit zahlreichen anderen Aktiven 1988 den Besuch der ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger in ihrer alten Heimatstadt initiierten und organisierten. Gestützt auf der akribischen Vorarbeit des Wissenschaftlers Prof .Dr. Stefan Rohrbacher und intensiv begleitet von der damaligen stellvertretenden Presseamtsleiterin Elisabeth Schmitz wurde für die Gäste aus aller Welt ein umfassendes Besuchsprogramm mit zahlreichen individuellen Programmpunkten entwickelt.

Laudator Michael Szentei-Heise, als damaliger Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf bei vielen Treffen dabei, erinnerte an die außergewöhnliche Stimmung der Woche. Gaby Glassman-Simons, die 1988 ihre Mutter nach Neuss begleitet hatte und somit zu den Teilnehmerinnen der Besuchergruppe gehörte, schilderte ihre Erinnerungen und betonte das Besondere dieser Aktion. Das ehrlich Bekenntnis zu Schuld und Verantwortung und die Bitte um Versöhnung und Freundschaft zeichnete die Reden und Aktivitäten aus, erläuterte sie. Gemeinsam mit Dorothea Gravemann überreiche Gaby Glassman-Simons den Preis. Die 1.000 € Preisgeld, die mit dem Simons-Preis verbunden sind, spendeten die beiden Ausgezeichneten der GCJZ mit der Maßgabe, mit diesem Geld Jugendprojekte für den Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus zu fördern.

v.l. Hans Heinrich Grosse-Brockhoff, Dr. Bertold Reinartz, Dorothea Gravemann, Gaby Glassman-Simons
Foto: GCJZ Neuss